DER KISSENMANN

KISSENMANN
Foto Christoph Geissel

10 Jahre in Köln – Jubiläum 2016

Ein Stück von Martin McDonagh
Eine Kooperation von artheater und movingtheatre.de
Ausgezeichnet mit dem Kölner Theaterpreis 2006

Regie: Andreas Robertz / Musik: Stefan Bohne / Kostüme: Pino Cervino / Ensemble: Stefan Bohne, Achim Conrad, Bernd Rehse, Tomasso Tessitori

Martin McDonagh entwirft mit grimmigem Humor eine tiefschwarze Kriminalkomödie über die Kraft des Geschichtenerzählens. Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion zerfließen, und so gelingt ihm ein atemberaubend spannendes Schauspiel über die Wechselwirkung von Kunst und Leben.

Auszug aus der Laudatio zum Kölner Theaterpreis 2006:
… Die meisterhaft konstruierte Geschichte trifft auf ein Ensemble, das die plötzlichen Umkehrungen von Motiven und Stimmungen punktgenau vermittelt, weder vor grimmigem Humor noch vor tiefen Gefühlen zurückschreckt. Regisseur Andreas Robertz inszeniert atmosphärisch stark, nüchtern und klar und verzichtet auf Effekthascherei: Der wahre Schrecken ist bekanntlich nicht das Baden in Theaterblut, sondern die Konfrontation mit dem Dunklen in uns. „Der Kissenmann“ erweist sich als ein Vexierspiel über ethische Fragen, als Parabel über die Freiheit der Kunst und den Preis, den wir dafür zu zahlen bereit sind, über die Verantwortung des Künstlers, über unser Verhältnis zur Gewalt und über das Wesen des Geschichtenerzählens. Und ist dabei vor allem auch ein spannender, unterhaltsamer, dichter Theaterabend.
Ein Londoner Theaterkritiker schrieb über die Uraufführung von „Der Kissenmann“: „Das Beste, was das englische Theater zurzeit zu bieten hat, aber kommen Sie mir nicht gelaufen, wenn Sie nachts nicht schlafen können“. Wir, die Jury des Kölner Theaterpreises, sind der Meinung: „Der Kissenmann“ ist das Beste, was das Kölner Theater zurzeit zu bieten hat …
Inhalt
Wir alle lieben Gruselgeschichten, weil man sich dabei so schön fürchten kann und der Schriftsteller Katurian ist ein Meister dieser Geschichten. Aber es sind auch schreckliche Morde geschehen – an Kindern – und die Tatverläufe erinnern frappierend an Katurians Geschichten. Die Kommissare Tupolski und Ariel verhören mit den brutalen Methoden eines fiktiven Polizeiapparates Katurian und seinen Bruder Michael, um die Wahrheit zu erfahren und stoßen dabei auf den Wahnsinn einer von absolutem Grauen geprägten Lebensgeschichte zweier Brüder.
Was uns Martin McDonagh in seinem neuen Stück zumutet, wäre nicht erträglich, wenn es nicht in einer komplizierten, von ständigen Perspektivwechseln, skurrilen Figuren und brutaler Komik geprägten Thriller-Atmosphäre aufgehoben wäre. Es ist eine Geschichte vom Geschichtenerzählen: von der Faszination des Grauens und dem, was wir das „Verhältnis zur Wirklichkeit“ nennen. Von Manipulation der Realität durch eigene Suggestion, Wort und Politik. Und nicht zuletzt ist es ein feinsinniges Spiel um ethische Grundsatzfragen, deren Aktualität so erschreckend ist wie „Der Kissenmann“ selbst.

Artheater