schlammland gewalt

schlammland gewalt
von Ferdinand Schmalz

Am Anfang scheint noch Rettung möglich. Eindringlich – nahezu prophetisch – wird da gewarnt vor der drohenden Naturkatastrophe, die in Form einer Schlammlawine zurollt auf ein feierndes Dorf. Doch die bierselige Gemeinde ist zu sehr verstrickt in ihre Hierarchien, Feindseligkeiten, Triebe und Beziehungsgeflechte, als dass Raum bliebe, dem tatsächlich Lebensnotwendigen Beachtung zu schenken. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf, ohne jedoch die letzte, kleine Hoffnung auf einen Neubeginn zu zerstören.
In „schlammland gewalt“ macht der Grazer Autor Ferdinand Schmalz (Bachmann-Preisträger 2017) im Mikrokosmos eines Dorflebens soziale Zusammenhänge sichtbar, die weit über das ländliche Ambiente, in das er sie einbettet, hinausweisen. Durch Verwendung einer drastischen, metaphorisch verdichteten Kunstsprache schafft Schmalz ein Figurenpersonal, das innerhalb eines Druckkessels scheinbarer Alltäglichkeiten in Extremen agiert: skurril, makaber, brutal und verzweifelt-komisch.

Thomas Hupfer bringt den Text in einer Solo-Performance für das movingtheatre.de am 21. November 2021 um 19:30 Uhr auf die Bühne des artheater in Köln.

Thomas Hupfer war als Schauspieler in Salzburg, St. Gallen, Aachen und Neuss tätig und leitete von 2001 – 2009 mit Nicolas Marchand die Theatergruppe TRT, um seitdem Produktionen als Darsteller, Autor oder Regisseur zu realisieren. Seit 2016 ist Thomas Hupfer fester Bestandteil des Kollektivs movingtheatre.de in Köln. Er erhielt 2004 beim NRW-Theatertreffen den Preis als bester Nachwuchsdarsteller und 2014 den Theaterpreis der Fränkischen Landeszeitung. Das korso.op Kollektiv mit Sitz in Saarbrücken, für das Thomas Hupfer seit 2018 als Dramaturg tätig ist, erhielt 2020 den Kulturpreis für Kunst des Regionalverbandes Saarbrücken und war von der Fachzeitschrift theater heute mit den Produktionen „Tristesse Royale“ 2020 und „Lost Puppy“ 2021 in der Kategorie Inszenierung des Jahres nominiert. www.hupfer-thomas.de