Szenisches Live-Hörspiel nach dem Roman „Der Zauberberg“ von Thomas Mann
Thomas Manns Meilenstein der Literaturgeschichte entführt in die bizarre Welt eines Sanatoriums im schweizerischen Hochgebirge. Während das alte Europa aus den Fugen gerät, begegnet der angehende Ingenieur Hans Castorp auf dem ‚Zauberberg‘ höchst außergewöhnlichen Figuren …
Von und mit Achim Conrad und Thomas Zieler
Samstag, 17.01.2026 um 20:00 Uhr und Sonntag, 18.01.2026 um 16:00 Uhr in der Alten Wursterei Köln
Der junge angehende Ingenieur Hans Castorp bricht in die Schweiz auf, um seinen Cousin in einem Lungensanatorium zu besuchen. Aus den geplanten drei Wochen werden Monate, aus Monaten werden sieben Jahre, die er auf dem ‚Zauberberg‘ verbringen wird. Während das alte Europa aus den Fugen gerät und auf den Ersten Weltkrieg zusteuert, begegnet Castorp, umgeben vom ewig wechselnden Wetter, von Schnee und Eis, außergewöhnlichen Figuren, die ihn mit Politik, Philosophie, Liebe, Krankheit, Tod und sich selbst konfrontieren. Erst der Ausbruch des Krieges zwingt ihn zurück ins Flachland, auf das Schlachtfeld. Ob er davonkommt, bleibt ungewiss.
Mit feiner Ironie und unerbittlicher Genauigkeit zeichnet Mann den Weg vom Wort zur Gewalt, von der Demokratie zur Diktatur und fängt so die Stimmung vor dem Ersten Weltkrieg ein: Unruhe, Spannungen, Existenzängste, Polarisierung – eine Gesellschaft, die aus dem Ruder läuft. Der letzte Satz des Romans ist Hoffnung und Warnung zugleich:
„Wird auch aus diesem Weltfest des Todes, auch aus dieser schlimmen Fieberbrunst, die rings den regnerischen Abendhimmel entzündet, einmal die Liebe steigen?“
In schnellen Wechseln aus gelesenen Passagen sowie gespielten und hörspielartigen Szenen bleiben Achim Conrad und Thomas Zieler stets nah am Helden des Romans. Sie spüren erstaunlichen Parallelen zur ‚großen Gereiztheit‘ unserer heutigen Gesellschaft nach, verzichten auf breite Schilderungen der Verhältnisse im Sanatorium sowie auf einen Großteil der unzähligen Nebenfiguren und fordern uns mit Thomas Mann auf, wach und mit kritischem Blick hinzusehen, was um uns herum vorgeht.
Thomas Mann (1875 – 1955) zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. 1929 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Weitere Werke (Auswahl): „Buddenbrooks“, „Doktor Faustus“, „Lotte in Weimar“, „Die Erkenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ und Erzählungen wie „Der Tod in Venedig“, „Tonio Kröger“ und „Mario und der Zauberer“.
Mit herzlichem Dank für die freundliche Unterstützung an Paula und Andé von disdance project / Alte Wursterei, Petra Baum, Heike Engelbert und Gerd van Rijn